Die Welt zu Gast bei Juergen

Mach' ein Bild von der Welt, eh' sie vergeht!

Hostages

Wenn man die Jungen Menschen, die im Jahr 1983 in der damaligen Sowjetunion eine Verkehrsmaschine entführen, um ihre Flucht in die Türkei zu erzwingen, vor ihrer Tat so sieht, beim Baden, beim Feiern, beim Leben, ist man geneigt zu glauben, was später im Film noch ziemlich oft hören werden wird: „Es hat ihnen doch an nichts gefehlt!“

Doch das ist ein Irrtum. Auch ein goldener Käfig sieht von innen nur aus wie ein Käfig.

#sehenswert

Investigating Paradise

„Wie stellst du dir das Paradies vor?“

Auf dieser banalen Frage baut der teilinszenierte Algerische Dokumentarfilm Tahqiq fel djenna – Investigating Paradise (2017) seine naive Suche nach dem modernen Islam auf.
Die frustrierende Erkenntnis: Auch im Jahr 2017 kommt die Frau in der Vorstellung vom Paradies einzig als Ware, als Belohnung oder als Trophäe für heldenhafte Gotteskrieger vor.

#sehenswert

Ein Film wie ein Maik – mit „ai“

Tschick

So mutig wie ein Pubertier – Tschick, der Film – Bild: SN/constantin film

Zunächst die gute Nachricht: Ich hab‘ schon schlimmeres gesehen, vor allem wenn wir über deutsche Literaturverfilmungen reden.

Und jetzt die schlechte: Die „Tschick“-Verfilmung von Fatih Akin is so blutleer wie ein unbenutzter Tampon. Aber ich fang‘ mal lieber „vorne“ an, bzw. „oben“ also am Kopf, also da, wo der Fisch namens „Deutscher Film“ schon seit langer, langer Zeit… sagen wir mal „etwas gebraucht“ „riecht“.

Brav, beige, langweilig und feige – das schlimmste, was einem „Kult-Buch“ passieren kann.

Wie kommt also eine solche „Literaturverfilmung“ in Deutschland in der Regel zustande?